Die Tonspur aus einem Video herauslösen
Was dieses Werkzeug leistet
Eine Videodatei besteht eigentlich aus zwei Strömen in einem gemeinsamen Container: dem Bewegtbild und einer separaten Tonspur. Dieses Werkzeug lässt das Bild vollständig außen vor und holt nur den Ton heraus, den es als eigenständige MP3- oder WAV-Datei zurückgibt. Es öffnet den Container — MP4, WebM, MOV, AVI, MKV oder OGG —, dekodiert das eingebettete Audio mit dem im Browser eingebauten Audiodecoder und schreibt es dann entweder als MP3 mit einem Encoder, der direkt auf der Seite läuft, oder als unkomprimierte 16-Bit-WAV.
Quelldateien bis 500MB werden angenommen, und über die Regler für Format, Bitrate und Kanäle legen Sie das Ergebnis fest, bevor die Extraktion startet. Das extrahierte Audio hat 44.1 kHz.
Wann es sich lohnt
Der klassische Fall ist, eine Vorlesung, ein Interview oder ein Musikvideo im MP4-Format in eine MP3 zu verwandeln, die aufs Handy, in einen Podcast-Feed oder eine Playlist wandert. Ebenso praktisch ist es, den Ton aus einer Bildschirmaufnahme zu retten, die Instrumentalspur aus einem WebM-Clip zu ziehen oder eine saubere Audiodatei für die Transkription vorzubereiten.
Da hier nur der Ton zählt, sparen Sie sich Videoeditoren gänzlich: keine Zeitleiste zum Durchsuchen und kein ganzer Film, der nur wegen seiner Tonspur gerendert werden müsste.
Ein konkretes Beispiel
Angenommen, Sie haben einen 90-sekündigen MP4-Vortrag. Laden Sie ihn, wählen Sie MP3 mit 192 kbps in Stereo und klicken Sie auf Audio extrahieren; die Spur wird dekodiert und kodiert und ergibt eine Datei von rund 2MB. Die Größe einer MP3 hängt nur von Bitrate und Länge ab, Mono würde daran also nichts ändern — eine Senkung auf 128 kbps schon, auf etwa 1,4MB, was für Sprache völlig reicht. Wählen Sie stattdessen WAV, erhalten Sie eine unkomprimierte 16-Bit-Datei von etwa 16MB in Stereo, bei Mono halb so viel. Sie ist größer, bewahrt aber den dekodierten Ton unverändert; Details, die das Audio des Videos schon verloren hatte, bringt sie nicht zurück.
Hinweise und Grenzfälle
Die Dekodierung stützt sich auf die Codecs, die Ihr Browser ohnehin beherrscht. Ein ungewöhnlicher Codec in einer AVI- oder MKV-Datei kann sich daher der Dekodierung verweigern, obwohl der Container als unterstützt gilt — die Datei zuvor als MP4 neu zu verpacken, behebt das fast immer. Ein Video ganz ohne Tonspur hat nichts zu extrahieren, und das Tool meldet, dass sich sein Audio nicht dekodieren ließ. MP3-Bitraten reichen von 128 bis 320 kbps: ein höherer Wert bewahrt mehr Detail auf Kosten der Größe.
Behalten Sie eines im Blick: Die gesamte Tonspur wird vor dem Kodieren in den Speicher dekodiert. Eine lange oder hochauflösende Quelle ist deshalb speicherhungrig und kann auf Geräten mit wenig RAM langsam werden oder den Speicher sprengen. Ein kürzerer Ausschnitt ist der einfachste Ausweg.